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Guatemala/Peru/Ecuador

Primavera, Land der Hoffnung

Ein Film von Petra Schulz
Länge: 45 Minuten
3sat, 19. Mai 1997

Jahrelang regierte in Guatemala das Militär-Regime mit Folter, Massakern, Verschleppungen und Menschenrechtsverletzungen. “Resistir para vivir” – Widerstand zum Überleben: Guerilleros kämpften gegen das Regime. Die Opfer des gnadenlosen Bürgerkriegs waren immer die Campesinos, die Indios. 1996 wurde das Friedensabkommen geschlossen, und wir feiern mit den Indios Semana Santa, die Heilige Osterwoche. Wir besuchen ein Guerillero-Lager in den tiefen Wäldern des Petén, von dem aus die Indios ihren versteckten Kampf führten und in dem sie ihre Frauen und Kinder verbargen. Bei den Dreharbeiten werden alte Wunden aufgerissen. Die Erinnerung an die Zeit der Violencia, der Gewalt kehrt zurück, und sie erzählen uns ihre Geschichten voller Leid, Schmerz und Wut, aber auch von ihrer Hoffnung auf den neuen Frieden.

In Ecuador reisen wir in die Ölfelder, wo alles vom Öl, vom Geschäft bestimmt wird. Für die 120.000 Menschen gibt es gerade mal ein Krankenhaus mit 15 Betten. Öl und Chemikalien verseuchen Erdreich und Grundwasser. In den ölverseuchten Flüssen angeln die Menschen, waschen, baden und holen ihr Trinkwasser. Niemand hat ihnen gesagt, wie gefährlich das ist…

In Peru besuchen wir einen der 2000 Slums ohne Wasser und Strom, in denen 4 Millionen Menschen leben. Aus Sand und Träumen, so sagt man, haben sich die Campesinos ihre Hütten gebaut. Sie kommen aus dem Hochland und suchen in der Hauptstadt ihr Glück. Im Altiplano haben sie gar keine Überlebens-Chance mehr. Wir fahren zum Titicacasee, wo die Indios wie zu den Zeiten der Inkas leben. Eine grandiose Landschaft, aber über 4.500 Metern wird das Überleben immer schwerer…